Osterzeit 2020

Ein Beitrag gesprochen von Dieter Hornemann zum Karfreitag 2020

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Karfreitag und das Credo der anthroposophischen Christengemeinschaft

Osterfreude und das Bekenntnis der anthroposophischen Christengemeinschaft

Gedanken zum Karsamstag

Liebe Priener Gemeinde, was vielen Menschen in unserer heutigen Zelt am meisten fehlt, ist Ruhe. Die Menschen sehnen sich nach Ruhe und wir hören immer wieder solche Bemerkungen, wie: Dieses Buch möchte ich einmal in Ruhe lesen! Oder: Diesen Gedanken muss man einmal ganz In Ruhe bewegen. Wann glauben wir, endlich Ruhe zu haben? im Urlaub, Im Ruhestand?

Nun ist es plötzlich und unerwartet geschehen: Ja, wir haben tatsächlich Ruhe! Sie ist zu uns gekommen, diese Ruhe, die von äußeren Gegebenheiten erzwungene Ruhe. Wie erleben wir nun diese Ruhe? Die meisten Menschen sind durch diese äußere Ruhe tief beunruhigt. Sie sehnen das Ende dieser Ruhe herbei. Wir erleben in diesen Wochen, wie eng Ruhe und Unruhe verbunden sind, wie die von außen uns bestimmende Ruhe zur inneren Unruhe, zur Angst wird, wenn wir nicht innere Ruhe in uns tragen.

Was bedeutet uns innere Ruhe, wie können wir sie in uns aufleben lassen? Indem wir auf unsere Vergangenheit blicken, indem wir in unsere Zukunft schauen und dann dem Gespräch lauschen, das die Vergangenheit und die Zukunft führen. Wir blicken auf unsere Vergangenheit mit Ihren vielen Rätseln und ungelösten und unverstandenen Erlebnissen. Und wir versuchen, loszulassen und ganz aus der so geschaffenen inneren Ruhe heraus JA zu sagen. Wir schauen unsere Zukunft mit allen Ungewissheiten, die uns beängstigen. Und wir versuchen, loszulassen und ganz aus der so geschaffenen inneren Ruhe heraus, JA zu sagen. Dann können wir vielleicht ahnend bemerken: wie die innere Ruhe zum Tragegrund der Vergangenheit werden kann für eine neue Ruhe uns zur Kraft werden kann für unserer Aufgaben der Zukunft. Das ganz Neue will aus der Ruhe entstehen. Diese zweifache Ruhe in unserer Zuwendung zur Vergangenheit und Zukunft ist die Kraft, die uns aus dem Ruhe-Geschehen des Karsamstags kommt.

Mögen wir aus den aktuellen Spannungen zwischen der äußerlichen Ruhe und inneren Unruhe die eigentliche Ruhe deutlicher finden, mit der wir den Sinn unseres Lebens finden können.

Was bedeutet Ruhe? Nur in Ruhe ist es möglich, dass sich das aussprechen kann, was wesentlich ist. Wir sollen hören können, was uns die Dinge sagen. Aber nur wer innerlich schweigt, kann hören.

Maria im Lukas-Evangelium (LK 2,19 und 51) Ist das Urbild dieser Ruhe. Sie hört zu und bewahrt und bewegt dann das Gehörte In Ihrem Herzen. Ruhe ist die Außenseite innerer Bewegung. Wo liegt Ruhe? Was bringt uns die Zeit nach der Jetzigen „Ruhe-Unruhe-Situation? Was bringt uns die Zukunft? Wir wissen es noch nicht. Die Zukunft ist uns unbekannt! In der Zukunft liegen Aufregung, Angst, Bedrohung usw… Man hat vor der Zukunft Angst. Aber: In dem Moment, wo ich weiß, was ich will, ist die Angst weg. Ich weiß nicht, wie es wird. Ich weiß aber, was ich will. Die Ängste sind weg und ich werde ruhig. Die Ruhe kann zum Ausgang unseres Willens werden, zum Blick auf den Sinn. Wie war die Zeit vor der Jetzigen Situation für uns? Wie wird die Zeit danach für uns sein? Das hängt von uns selber ab und von der Tiefe, die wir in unserem täglichen ,,Karsamstag Erleben“ erreichen.

Da kann ein Spruch von Rudolf Steiner uns eine Hilfe sein:

Ich trage Ruhe in mir, ich trage in mir selbst die Kräfte, die mich stärken. Ich will mich erfüllen mit dieser Kräfte Wärme. Ich will mich durchdringen mit meines Willens Macht. Und fühlen will ich Wie Ruhe sich ergießt Durch all mein Sein, Wenn ich mich stärke, Die Ruhe als Kraft In mir zu finden Durch meines Strebens Macht.

Prien am Chiemsee, am 11. April 2020 Eun-Kyong Lee